Eine Pädagogik oder vielmehr Philosophie, in der auch das Spiel groß geschrieben wird!!

Die Praxis hat uns gelehrt, dass Kinder Zusammenhänge viel besser verstehen und aufnehmen, wenn sie selbst AKTIVER "Bestandteil" des Vorganges werden können - auf diese Weise können sie sich viel besser in das Gelernte "hineindenken", denn schließlich waren sie selbst gerade eine Biene oder Kartoffelforscher.

So waren wir schon selbst Bienen und haben Löwenzahnblüten gesammelt, um daraus unseren eigenen Honig herzustellen. Und wissen Sie, wie die Kinder - ach nein: Bienen -  all den Blütenstaub transportiert haben? Na in den Pollenhöschen - so nennt man die gelb/orangen "Transportpakete" an den Beinen der Bienen.

Wir hatten auch schon die Kartoffeln "Pommi" und "Knolle" zu Besuch, die mit Kindern dem Geheimnis der Kartoffel auf die Spur gekommen sind. So konnten wir in Begleitung von Pommi und Knolle Kartoffeln ernten und kurz darauf aus diesen frischen Kartoffeln unsere eigenen, frischen Pommes herstellen.

Ja und nun fragen Sie sich warum all das?? Die Kinder des ersten Beispiels können uns bis heute auf Anhieb sagen, dass Bienen Honig herstellen, Pollenhöschen tragen - und dass man so Transportpakete für ihren Blütenstaub nennt.

Die Kinder, die Pommi und Knolle zu Besuch hatten, werden nicht mehr vergessen, dass Pommes aus Kartoffeln gemacht werden - wir haben nicht wenige Kinder zu Besuch, die vermuten, dass Pommes ein künstlich hergestelltes "Fabrikat" sind.

Für die Ausarbeitung dieser und noch weiterer Projekte des nachhaltigen Lernens, ist uns die NaturSpielpädagogik ein wichtiger Leitfaden bei der Arbeit auf dem Zwergenhof.

Als ausgebildete NaturSpielpädagogin habe ich gelernt, kontinuierlich die im Studium erworbenen Kompetenzen in die tägliche Arbeit mit Kindern einfließen lassen kann.


Konkret "gesagt":

Bienen zu beobachten und den theoretischen Ablauf
Blume ->Pollenhöschen -> Bienenstock durchzugehen, wird die Kinder wenn überhaupt 10 Minuten lang interessieren und sie werden das "Gelernte" vergessen haben, noch bevor sie es zu Hause erzählen können!

Aber selber Biene sein, Honig herstellen und sein Blütenstaub vor anderen räuberischen Bienen schützen zu müssen, die permanent versuchen, ihn abzujagen, das interessiert Kinder - da es durchgehend spielerisch gestaltet ist - so lange, bis das Lernspiel zu Ende ist. Und sie werden es garantiert nicht wieder vergessen, da sie die Bilder des selbst  E R L E B T E N  immer wieder "abrufen" können.


Mal ehrlich - ich verstehe eine Bauanleitung auch immer erst dann, wenn ich mich daran mache, das jeweilige Regal, Tisch oder was auch immer zusammen zu bauen - bis dahin ist das Blatt Papier auf dem all das steht für mich eine wirre Anhäufung kryptischer Zeichen.


Liebe Grüße

Silke Thomsen

1. Vorsitzende des Vereins Zwergenhof